Interview mit der Autorin: Frau Wöhr, wie hat sich Ihr Leben durch das Hören auf Ihre kleine wilde Frau verändert? 

 

Manja Wöhr: "Es hat sich sehr verändert, privat und auch beruflich. Ich lebe jetzt ein Leben, das zu mir passt und wie ich es wirklich will. Das zeigt sich auch deutlich an meinen Tätigkeiten. Ob als Malerin, Dozentin oder das  KWIF-Projekt –  es sind Arbeiten, die ich aus tiefstem Herzen gerne mache."

 

Können Sie uns eine Situation schildern, in der Ihre kleine wilde Frau aus Ihnen gesprochen hat?

 

Manja Wöhr: "Es ist zunächst ein inneres Zwiegespräch, dass blitzschnell in einer Situation abläuft.

Ich kann dadurch sozusagen hinter Worte spüren und erkennen, was da gerade passiert.

 

Neulich z.B. vor dem Supermarkt. Ich war mit meinen Gedanken woanders, als mich ein offensichtlich unseriöser Spendeneintreiber ansprach. Als ich dies bemerkte, wollte ich mich freundlich verabschieden. „Ich werde es mir überlegen.“, meinte ich und dachte, damit käme ich davon. Doch der Herr war aufdringlich. „Was hält sie davon ab sofort jetzt und hier...“ Da stieg meine kleine wilde Frau mit ein. „Hey, ein Schlechtes-Gewissen-Einreder!“ (Das ist jemand der will, dass ich mich verteidige, obwohl ich gar nichts angestellt habe).

Mit dieser Erkenntnis und den Worten „Mein Wille!“ beendete ich die Zusammenkunft.

 

Das war jetzt eine scheinbar harmlose Sache. Nur kann es passieren, dass irgendwann ein Berg auf uns zurast, weil wir zu vieles als harmlos oder „nicht so schlimm“ abgetan haben, weil es uns wichtiger war anderen zu Gefallen, als unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Es sind oft die Kleinigkeiten, die zählen."

 

 

 

 

Frau Wöhr, Sie haben oben das KWiF-Projekt erwähnt. Was hat es damit auf sich?

 

Manja Wöhr: "Neben dem Buch gibt es ein Begleitprogramm auf der Homepage der kleinen wilden Frau.

Dort können Bilder die Bestandteil der KWiF-Methode sind, heruntergeladen werden. Außerdem gibt es Übungen.

Die Übungen sind toll, es sind eine Art Erkenntnis-Übungen. Sie sprechen die gleiche Sprache wie das Buch, sind in Geschichten eingebettet und haben Titel wie „Im Rausch des Wollens“,  „Handlungsbedarf unerforderlich“ oder „Herrin über Freud und Leid“."

 

Das sind eher außergewöhliche Titel für Übungen.

 

Manja Wöhr: "Ja und das ist wichtig. Es geht darum, genau zu definieren, was sich in einer Situation abspielt. Wie auch die KWiF Motive, so sind die Titel der Geschichten und Übungen sehr einprägsam. Dadurch weiß ich in einer Situation gleich, was Sache ist, wenn ich mich so und so verhalte. Das lange analysieren bleibt aus und ich kann gleich entscheiden, ob ich das will oder eben nicht und entsprechend handeln.

Auch im Zusammenhang mit anderen Menschen kann ich so aus einer Verletztheit herauskommen.

Im Buch wird explizit auf dieses Thema eingegangen."

Frau Wöhr, was gefällt ihnen am besten am Buch?

 

Manja Wöhr "Es ist eines der Bücher mit positivem Soforteffekt, das man gerne auf dem Tisch liegen lässt, um immer wieder hineinzuschmökern.

Es hat keine unnötigen Längen. So wird die KWiF-Methode schon im ersten Dritttel des Buches klar verständlich erklärt. Und ich mag die Geschichten, weil sie so direkt aus dem Leben gegriffen sind.

 

Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte.

Ich machte einen Spaziergang. Da war ein altes Pärchen. Sie hatte Stöcke und er ging voraus und mahnte sie, sich doch ein bisschen zu beeilen und da und dort zu gehen. Da sagte sie zu ihm „Ich muss meinen Weg selber finden. Ich muss schauen, bei diesen ganzen Unebenheiten, dass ich da durchkomme und nicht falle.“

 

Das Wichtigste, dass mir durch die kleine wilde Frau klar geworden ist: Ich es bin, die meinen Weg bestimmt. Und dazu bietet mir das Leben jeden Tag eine neue Chance. Denn dieses Leben ist einzigartig und voller Schönheit."

 

 

 

 

 

 

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